Frage: "Ich bin Abiturientin und möchte ab dem Wintersemester 2011 Jura zu studieren. Mein Traum wäre es, nach dem Studium in einem internationalen Unternehmen zu arbeiten. Würden Sie mir eher dazu raten, ein vollständiges Jurastudium anzustreben oder einen spezifischen Bachelor- und Masterstudiengang zu Europarecht zu absolvieren?"
Antwort von Prof. Dr. Heike Jochum:
Sicher bieten sowohl ein klassisches Jura-Studium wie auch spezifische Bachelor- und Materstudiengänge die Möglichkeit, später in einem internationalen Unternehmen zu arbeiten. Nach meiner Erfahrung kommt es dabei vorallem darauf an, dass Sie neben Ihrer eigentlichen Ausbildung über fundierte Fremdsprachenkenntnisse verfügen. Das Studium sollte fachlich auf das Wirtschaftsrecht ausgerichtet werden. Handels- und Gesellschaftsrecht, Konzernrecht und andere wirtschaftliche Kernfächer mit ihren europarechtlichen und internationalen Bezügen sind wichtig. Daneben können wirtschaftswissenschaftliche Zusatzkenntnisse von Vorteil sein. Diese werden im klassischen Jura-Studium üblicherweise nicht erworben.
Nur wenige Fakultäten bieten – wie Osnabrück – eine wirtschaftswissenschaftliche Zusatzausbildung an. In Bachelorstudiengängen finden sich demgegenüber häufiger auch wirtschaftswissenschaftliche Inhalte. Aufgrund der straffen Studienstruktur ist jedoch die juristische Ausbildung in den Bachelorprogrammen regelmäßig sehr verkürzt. Vor diesem Hintergrund scheint mir das klassische Jura-Studium vorzugswürdig.