18. Februar 2010

Nach dem Bachelor einen Job suchen oder auf Master studieren?

Karrierestart mit Masterplan

Job oder Master? So lautet inzwischen für viele Absolventen die entscheidende Frage. Denn während die Studienwege für Diplomanden und Magister vorgezeichnet waren, müssen sich Bachelors nach sechs Semestern entscheiden: Master draufsatteln oder Bewerbungen schreiben?

 

Weiterstudieren oder in den Job einsteigen ist keine endgültige „Entweder-oder“-Entscheidung, schließlich kann man nach ein paar Jahren Berufserfahrung an die Uni zurückzukehren. Beide Wege zum Master haben Vor- und Nachteile. Wer „durchstudiert“, stößt früher in akademische Höhen vor, wer den Umweg über das Arbeitsleben macht, kann seine Fähigkeiten in der Praxis erproben und testen, ob die gewählte Fachrichtung tatsächlich die Richtige ist. Die Spezialisierung auf einen anderen Schwerpunkt ist mit dem Master dann immer noch möglich.

 

Beate Koch hat sich für den direkten Weg entschieden. Im Herbst beginnt die 23-Jährige mit dem Master-Studiengang „Laser- und Optotechnologien“ an der Fachhochschule Jena: „Da meine Noten gut genug sind und ich später auch etwas mehr erreichen und verdienen will, war für mich klar, dass ich den Master mache.“ Neben den besseren Karrierechancen sei für sie wichtig, wirklich tief in ihr Fachgebiet einzutauchen – und das geschieht meistens erst im weiterführenden Studium. So kommt es auch, dass Bachelor-Absolventen einige Jobs gar nicht offen stehen. Gerade wer wissenschaftlich arbeiten oder sich spezialisieren will, kommt am Master nicht vorbei. Leitende Positionen, für die bislang ein Diplom erforderlich war, sind ohne Master nur selten zu erreichen.

 

Master mit Mitte zwanzig

 

Für Anne Schwenkenbecher kommt es ebenfalls nicht infrage, sich nach dem Bachelor-Abschluss zunächst einen Job zu suchen, um später weiterzustudieren. Doch für sie sind andere Kriterien ausschlaggebend als für ihre Kommilitonin: „Wenn ich erst mal eine sichere Stelle habe und Geld verdiene, will ich das so schnell nicht wieder aufgeben. Und wenn man eine Weile aus dem Lernen und bestimmten Fachgebieten raus ist, fällt es bestimmt schwer, wieder reinzufinden.“ Gerade für Frauen spielt noch ein anderer Aspekt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung zwischen Job und Master: die Familienplanung. „In dieser Zeit kann so viel dazwischenkommen, ich möchte ja auch irgendwann mal Kinder bekommen“, sagt Anne. Wer neben der Familie noch richtig Karriere machen will, muss sich also ranhalten. So wie Anne und Beate, die, wenn alles glatt läuft, mit Mitte zwanzig ihren Master in der Tasche haben werden. Selbst, wenn sie zwischendurch ins Ausland gehen, um auch international Erfahrung zu sammeln, sind sie beim Berufsstart noch jünger als die meisten ihrer Konkurrenten. Zeit genug also, um den Berufseinstieg zu meistern und schon ein paar Stufen auf der Karriereleiter zu erklimmen, bevor die biologische Uhr zu ticken beginnt.

 

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