11. August 2011

Masterstudium nach Plan

Master für "gestillten Wissensdurst"

Sebastian Horndasch gibt im Ratgeber "Master nach Plan" Tipps zur optimalen Planung des Masterstudiums. Er selbst stieß bei der "Master-Bewerbung" auf eine große Informations- und Beratungslücke und beschloss deshalb, seine Erfahrung weiterzugeben.

 

 

Sebastian Horndasch, "Master nach Plan"

Sebastian Horndasch, Autor des Ratgebers "Master nach Plan"

Sie haben 2001 mit Ihrem Bachelor-Studium begonnen und 2006 mit dem Master abgeschlossen. Damit gehören Sie zu den ersten "Bologna-Absolventen". Welche besonderen Herausforderungen stellt das Masterstudium an die Studierenden?

Sebastian Horndasch: Das Masterstudium verlangt deutlich bessere Selbstorganisation. Anders als im Bachelor hat man meist mehr Freiheit – bei gleichzeitig höherer Arbeitsbelastung. Wer an ein sehr strukturiertes Bachelorprogramm gewöhnt ist, kann hier anfangs durchaus ins Straucheln kommen. Ich habe einen einjährigen Master in England gemacht. Aufgrund der kurzen Zeit sind die Programme hier besonders intensiv. Das war Anfangs schon eine Herausforderung. Aber: Es lohnt sich.

 

Für wen kommt grundsätzlich ein Masterstudium in Frage?

Horndasch: In den meisten Fächern kann man inzwischen auch mit dem Bachelor problemlos in den Arbeitsmarkt einsteigen. Wer Spitzenpositionen anstrebt, sollte allerdings einen Master machen. Gleiches gilt für Leute, die wissenschaftsnah arbeiten möchten. Nach dem Masterstudium sind die Einstiegsgehälter etwas höher. Ein weiterer guter Grund für den Master ist der gestillte Wissensdurst.

 

Welche fünf wichtigsten Tipps geben Sie den Lesern in "Master nach Plan" mit auf den Weg?

Horndasch: Erstens: Man sollte breit suchen. Einige Studierende bewerben sich nur für überlaufene Masterprogramme in Münster, Köln oder Berlin und stehen am Ende mit leeren Händen da. Das muss nicht sein. Gerade in Ostdeutschland gibt es hervorragende Hochschulen, die ihre Plätze oftmals nicht füllen können.

Zweitens: Ausland in Betracht ziehen. In unseren Nachbarländern gibt es hervorragende Hochschulen. Niederlande, Schweiz, Skandinavien, hier erwarten einen deutlich bessere Betreuung und weltweit hochgradig anerkannte Institutionen. Auch Großbritannien bietet erstklassige Programme.

Drittens: Früh kümmern. Die Suche und Bewerbung für Masterprogramme kann sehr aufwändig sein. Wer früh beginnt, gerät später nicht in Zeitnot.

Viertens: Gut bewerben. Hochschulen verlangen oft umfangreiche Bewerbungen mit Motivationsschreiben und Lebenslauf. Für viele Studierende ist das unbekanntes Terrain. In "Master nach Plan" und auf  www.horndasch.net gebe ich daher viele Tipps, wie man gute Bewerbungen und Lebensläufe schreibt.

Fünftens: Optimistisch bleiben. Wer Mastersuche und -bewerbung engagiert angeht, wird trotz Mangel auch einen Studienplatz erhalten.

 

Im Rahmen Ihres Bachelorstudiums haben Sie Auslandsaufenthalte in Madrid, Brüssel und Santiago de Chile absolviert. Ist ein Auslandssemester auch im Masterstudium möglich?

Horndasch: Das hängt von den Programmen ab. Oftmals sind Auslandsaufenthalte ins Studium integriert, in diesen Fällen sind die organisatorischen Hürden minimal. In anderen Fällen muss man kämpfen. Ich wusste zum Beispiel, dass es mit der Anerkennung meiner Leistungen aus dem Erasmussemester schwierig würde, da Spanien damals noch nicht das ECTS-Punktesystem hatte. Daher hatte ich in den beiden Semestern vorher vorgearbeitet und jeweils etwa 40 Punkte gemacht. So musste ich mein Bachelorstudium nicht verlängern. Klar ist: Ins Ausland zu gehen, erfordert Zusatzaufwand. Der lohnt sich aber.

 

Wie erkenne ich die Qualität eines Masterstudiengangs?

Horndasch: Da gibt es viele Faktoren. Rankings bieten erste Ideen. Gespräche mit aktuellen Studierenden sind extrem empfehlenswert. Man sollte allerdings auch Programm und Hochschule selbst unter die Lupe nehmen: Wie gut sind die Auswahlmöglichkeiten? Kann man die eigenen Schwerpunkte verfolgen? Wie ist die Bibliothek? Ist der Karriereservice kompetent? Ich empfehle Leuten stets, die Hochschule persönlich zu besuchen und kritisch zu hinterfragen.

 

Wie kann ich schon im Masterstudium den Übergang Hochschule - Berufswelt vorbereiten?

Horndasch: Praktika sind immer noch das beste Mittel. Daneben kann man sich intensiv um die Mitgliedschaft in studentischen Netzwerken bemühen und Karrieremessen besuchen. Schlüssel ist immer der direkte Kontakt: Durch Gespräche und eigene Erfahrungen lernt man Firmen und Arbeitsabläufe kennen. Das hilft nach dem Studium ungemein.

 

 

                           

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