Die meisten Jobs werden über persönliche Kontakte vergeben. Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) herausfand, steht jedoch hochqualifizierten Arbeitnehmern das Internet an erster Stelle.

Stellenangebote per Vitamin B: Die meisten Jobs werden über persönliche Kontakte vergeben. © aboutpixel: goenz
Knapp ein Viertel aller im Jahr 2010 neu besetzten Stellen wurde über persönliche Kontakte vergeben. Dies geht aus einer repräsentativen Befragung von 15.000 Betrieben hervor. Ein weiteres Viertel wurde über Stellenangebote in Zeitungen und Zeitschriften vergeben. Nur jede siebte Stelle wurde über die Arbeitsagenturen besetzt, knapp jede siebte Stelle über Stellenbörsen im Internet. Private Arbeitsvermittler, Inserate Arbeitsuchender und die Auswahl aus Leiharbeiternehmern spielen dagegen eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.
Bei Großbetrieben werden die meisten Stellen über Stellenangebote im Internet vergeben
Über welche Wege Betriebe nach Arbeitnehmern suchen, hängt laut IAB-Studie vor allem mit der Betriebsgröße zusammen. Während Kleinstbetriebe rund die Hälfte ihrer freien Stellen über persönliche Netzwerke vergeben, ist dies bei Betrieben mit mehr als 500 Mitarbeitern nur bei etwa einem Zehntel der Neueinstellungen der Fall. „Das ist insofern plausibel, als mit wachsender Größe einer Organisation […] Auswahlprozesse häufig formaler strukturiert sind“, erklären die Autoren der IAB-Studie. Bei den Großbetrieben werden die meisten Stellen über Jobausschreibungen im Internet vergeben.
Unterscheidet man bei der Personalrekrutierung nach Qualifikationsanforderungen, zeigt sich: Bei Ungelernten wird sogar jeder dritte Job über persönliche Netzwerke vergeben. Bei den Hochqualifizierten mit Hochschulabschluss steht dagegen das Internet an erster Stelle – wiederum mit einem Drittel der Stellenbesetzungen. Personen mit einer abgeschlossenen Ausbildung finden eine neue Stelle etwa gleichermaßen häufig, nämlich zu gut 20 Prozent, über Zeitungsinserate und persönliche Kontakte.