Mehr Rechte für Praktikanten? Von wegen! Die Opposition hatte klare Standards wie ein Mindestgehalt von 300 Euro oder die Beschränkung eines Praktikums auf drei Monate gefordert. CDU, CSU und FDP sehen jedoch keinen Handlungsbedarf.
Praktikanten sollen keine zusätzlichen Rechte erhalten. Darauf hat sich der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung verständigt. Mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen wurden drei entsprechende Anträge von SPD, Die Linke und den Grünen abgelehnt. Die drei Oppositionsparteien hatten sich dafür eingesetzt, dass jedes Praktikum mit mindestens 300 Euro vergütet werden müsse. Weiterhin sollte die Praktikumszeit bei späterer Übernahme angerechnet werden, um den Kündigungsschutz für die Berufsanfänger zu verbessern. Die Linke wollte die Dauer eines Praktikums zudem auf drei Monate beschränken, um zu verhindern, dass Praktikanten als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden: Vor allem angesichts des Fachkräftemangels müssten Menschen mit einer Ausbildung oder einem Studienabschluss in den Arbeitsmarkt integriert werden. Die Grünen plädierten darüberhinaus die allgemeine Verbesserung der Praktikumsbedingungen in Verwaltung und Wirtschaft. In ihrem Antrag forderten sie unter anderem den Anspruch auf einen Praktikumsvertrag, ein Zeugnis und ein Gehalt von mindestens 300 Euro.
Die CDU/CSU-Fraktion sah jedoch keinen Anlass zum Handeln, sondern argumentierte, die Situation der Praktikanten habe sich nicht verschlechtert, zudem gebe es bereits rechtliche Regelungen. Auch die FDP lehnt eine "übertriebene Reglementierung" von Praktika ab, um keine Praktikumsplätze zu gefährden.
Grüne, Linke und SPD in Deutschland stehen mit ihren Forderungen nach einer Stärkung der Praktikantenrechte übrigens nicht allein da: Im vergangenen Jahr forderte das EU-Parlament europaweite Qualitätsstandards sowie das Recht auf Gehalt im Praktikum.